top of page

Racing

YAMITEC Logo - Motorreinigung & DPF Service

Wie ist ein AdBlue-System aufgebaut? Komponenten, Funktion und Zusammenspiel

Wie ist ein AdBlue-System aufgebaut?

Ein modernes AdBlue-System besteht aus mehreren mechanischen, hydraulischen, elektrischen und elektronischen Komponenten.

Alle Bauteile arbeiten zusammen, um die für die Abgasnachbehandlung benötigte AdBlue-Menge bereitzustellen, zu dosieren und die Funktion des SCR-Systems zu überwachen.

Zu den wichtigsten Komponenten gehören:

  • AdBlue-Tank,

  • Füllstandserfassung,

  • AdBlue-Heizung,

  • Fördermodul oder AdBlue-Pumpe,

  • Druckleitungen,

  • Druck- und Temperatursensoren,

  • AdBlue-Injektor,

  • Mischstrecke,

  • SCR-Katalysator,

  • NOx-Sensoren,

  • Motor- oder Abgassteuergerät.

Die genaue Bauweise ist abhängig von:

  • Fahrzeughersteller,

  • Motor,

  • Abgasnorm,

  • Baujahr,

  • Fahrzeugklasse,

  • Leistung,

  • Einbauposition der Abgasanlage.

Ein Pkw kann ein kompakteres System besitzen als ein Transporter, Lkw oder Wohnmobil.

Das grundlegende Funktionsprinzip ist jedoch ähnlich.

AdBlue wird aus einem separaten Tank gefördert, unter definierten Bedingungen in den Abgasstrom eingespritzt und im SCR-System zur Reduzierung von Stickoxiden verwendet.

Welche Aufgabe hat ein AdBlue-System?

Das AdBlue-System versorgt den SCR-Katalysator mit dem benötigten Reaktionsstoff.

AdBlue besteht aus:

  • 32,5 Prozent hochreinem Harnstoff,

  • 67,5 Prozent demineralisiertem Wasser.

Die Flüssigkeit wird nicht mit dem Dieselkraftstoff vermischt.

Sie wird auch nicht im Motor verbrannt.

AdBlue wird in den Abgastrakt eingespritzt.

Dort wird der enthaltene Harnstoff durch Wärme und chemische Prozesse umgewandelt.

Dabei entsteht Ammoniak.

Der Ammoniak reagiert im SCR-Katalysator mit den Stickoxiden.

Dabei entstehen überwiegend:

  • Stickstoff,

  • Wasser.
     

Übersicht der wichtigsten Bauteile

Ein typisches AdBlue-System besteht aus folgenden Bereichen:

BauteilHauptaufgabe

AdBlue-TankSpeicherung der Betriebsflüssigkeit

FüllstandssensorErfassung der verfügbaren AdBlue-Menge

QualitätssensorÜberwachung der AdBlue-Eigenschaften

TankheizungAuftauen von gefrorenem AdBlue

PumpeFörderung und Druckaufbau

LeitungenTransport der Flüssigkeit

DrucksensorÜberwachung des Systemdrucks

AdBlue-InjektorDosierung in den Abgasstrom

MischstreckeGleichmäßige Verteilung

SCR-KatalysatorUmwandlung der Stickoxide

NOx-SensorenMessung und Überwachung

SteuergerätBerechnung und Regelung

Nicht jedes Fahrzeug besitzt alle Komponenten als einzelne Bauteile.

Einige Funktionen können in einem Fördermodul oder einer kombinierten Sensoreinheit zusammengefasst sein.

1. Der AdBlue-Tank

Der AdBlue-Tank speichert die Betriebsflüssigkeit.

Er ist vom Dieselkraftstofftank getrennt.

Je nach Fahrzeug befindet sich der Tank:

  • im Motorraum,

  • im Unterbodenbereich,

  • im Kofferraumbereich,

  • hinter einer Verkleidung,

  • in der Nähe des Kraftstofftanks.

Bei Pkw ist die AdBlue-Einfüllöffnung häufig:

  • neben dem Diesel-Einfüllstutzen,

  • im Kofferraum,

  • unter einer separaten Abdeckung.

Bei Transportern und Lkw kann der Tank außen am Fahrzeug angebracht sein.

Die Tankgröße ist abhängig vom Fahrzeug.

Ein größerer Tank kann längere Nachfüllintervalle ermöglichen.

2. Die AdBlue-Füllstandserfassung

Das System muss erkennen, wie viel AdBlue noch vorhanden ist.

Die Füllstandserfassung liefert Informationen an das Steuergerät.

Bei niedrigem Füllstand kann das Fahrzeug Warnmeldungen anzeigen.

Mögliche Hinweise sind:

  • „AdBlue nachfüllen“,

  • „AdBlue-Reichweite gering“,

  • „Motorstart in … km nicht möglich“.

Die genaue Anzeige ist abhängig vom Hersteller.

Ein Fehler der Füllstandserfassung kann dazu führen, dass das Fahrzeug trotz ausreichender AdBlue-Menge eine Warnung anzeigt.

3. Der AdBlue-Qualitätssensor

Einige Systeme überwachen zusätzlich die Qualität beziehungsweise Konzentration der Flüssigkeit.

Die Zusammensetzung von AdBlue ist standardisiert.

Eine falsche Konzentration kann die SCR-Reaktion beeinträchtigen.

Mögliche Ursachen für unplausible Werte sind:

  • falsche Flüssigkeit,

  • Verunreinigung,

  • Verdünnung,

  • Sensorfehler,

  • Leitungs- oder Steuerungsproblem.

Ein Qualitätsfehler bedeutet nicht automatisch, dass die Flüssigkeit tatsächlich falsch ist.

Auch die Sensorik muss geprüft werden.

4. Die AdBlue-Tankheizung

AdBlue kann bei niedrigen Temperaturen gefrieren.

Der Gefrierpunkt liegt ungefähr bei −11 °C.

Das ist kein grundsätzliches Problem.

Moderne Systeme sind dafür ausgelegt.

Die Tankheizung unterstützt das Auftauen.

Je nach Fahrzeug können auch weitere Bereiche beheizt werden:

  • Fördermodul,

  • Leitungen,

  • Dosierkomponenten.

Die Steuerung aktiviert die Heizung abhängig von:

  • Außentemperatur,

  • Flüssigkeitstemperatur,

  • Betriebszustand.
     

5. Die AdBlue-Pumpe

Die AdBlue-Pumpe fördert die Flüssigkeit aus dem Tank zum Injektor.

Je nach System ist die Pumpe:

  • im Tank integriert,

  • Teil eines Fördermoduls,

  • separat eingebaut.

Die Pumpe kann einen definierten Systemdruck erzeugen.

Das Steuergerät überwacht dabei unter anderem:

  • Druckaufbau,

  • Druckverlauf,

  • elektrische Ansteuerung,

  • Förderverhalten.

Ein Pumpenfehler kann zu einer unzureichenden Dosierung führen.

Mögliche Symptome sind:

  • AdBlue-Warnmeldung,

  • Motorkontrollleuchte,

  • SCR-Fehler,

  • Startwarnung.
     

6. Das Fördermodul

Bei vielen Fahrzeugen sind mehrere Funktionen in einem Modul zusammengefasst.

Ein Fördermodul kann enthalten:

  • Pumpe,

  • Heizung,

  • Filter,

  • Drucksensor,

  • Temperaturerfassung,

  • Füllstandserfassung.

Dadurch wird die Montage vereinfacht.

Ein Defekt kann jedoch mehrere Funktionen gleichzeitig betreffen.

7. AdBlue-Leitungen

Die Leitungen transportieren AdBlue vom Tank zum Injektor.

Sie müssen:

  • temperaturbeständig,

  • druckbeständig,

  • chemisch beständig

sein.

Viele Systeme besitzen beheizte Leitungen.

Die Heizung verhindert, dass gefrorenes AdBlue den Förderweg blockiert.

Mögliche Probleme sind:

  • Undichtigkeit,

  • Druckverlust,

  • Beschädigung,

  • elektrische Unterbrechung der Heizung,

  • Kristallablagerungen.
     

8. Der AdBlue-Drucksensor

Einige Systeme überwachen den Druck im Förderkreislauf.

Der Drucksensor liefert Informationen über:

  • Druckaufbau,

  • Druckhaltefähigkeit,

  • mögliche Leckagen,

  • Förderfunktion.

Ein unplausibler Druckwert kann verschiedene Ursachen haben.

Dazu gehören:

  • defekte Pumpe,

  • undichte Leitung,

  • verstopfter Injektor,

  • defekter Drucksensor,

  • elektrische Störung.
     

9. Der AdBlue-Injektor

Der AdBlue-Injektor dosiert die vom Steuergerät berechnete Menge in den Abgasstrom.

Er befindet sich vor dem SCR-Katalysator.

Die Einspritzung muss möglichst gleichmäßig erfolgen.

Ein verstopfter oder fehlerhafter Injektor kann die NOx-Reduktion beeinträchtigen.

Typische Probleme sind:

  • Kristallbildung,

  • Ablagerungen,

  • elektrische Fehler,

  • mechanische Beschädigung,

  • unzureichende Dosierung.
     

10. Die Mischstrecke

Zwischen Injektor und SCR-Katalysator befindet sich eine Mischstrecke.

Sie verteilt die eingespritzte Flüssigkeit beziehungsweise die entstehenden Reaktionsprodukte im Abgas.

Je nach Fahrzeug können spezielle Bauteile verwendet werden:

  • Mischrohre,

  • Leitbleche,

  • Drallkörper,

  • Verdampfungselemente.

Die Mischstrecke soll eine gleichmäßige Verteilung ermöglichen.

Eine ungünstige Verteilung kann Ablagerungen begünstigen.

11. Der SCR-Katalysator

Der SCR-Katalysator ist das zentrale Bauteil für die chemische NOx-Reduktion.

Er besitzt eine große katalytisch aktive Oberfläche.

Im Katalysator reagiert der aus AdBlue gebildete Ammoniak mit den Stickoxiden.

Dabei entstehen überwiegend:

  • Stickstoff,

  • Wasser.

Die Wirksamkeit hängt unter anderem ab von:

  • Temperatur,

  • AdBlue-Dosierung,

  • NOx-Menge,

  • Zustand des Katalysators,

  • gleichmäßiger Verteilung.
     

12. Der NOx-Sensor vor dem SCR-Katalysator

Ein NOx-Sensor vor dem SCR-Katalysator kann die Stickoxidmenge im Rohabgas erfassen.

Die Daten können zur Berechnung der erforderlichen AdBlue-Dosierung verwendet werden.

Nicht jedes System nutzt denselben Aufbau.

Die genaue Sensorposition ist fahrzeugabhängig.

13. Der NOx-Sensor nach dem SCR-Katalysator

Der hintere NOx-Sensor überwacht die verbleibende Stickoxidmenge nach der Abgasnachbehandlung.

Das Steuergerät kann die Werte verwenden, um die SCR-Wirkung zu bewerten.

Wenn nach dem SCR-Katalysator dauerhaft zu viele Stickoxide gemessen werden, kann ein Fehler gespeichert werden.

14. Temperaturfühler

Die Abgastemperatur beeinflusst die Funktion des SCR-Systems.

Temperatursensoren können sich befinden:

  • vor dem SCR-Katalysator,

  • im SCR-Bereich,

  • nach dem SCR-Katalysator.

Die Werte helfen dem Steuergerät bei:

  • Dosierungsberechnung,

  • Schutzfunktionen,

  • Funktionsüberwachung.
     

15. Das Motor- oder Abgassteuergerät

Das Steuergerät koordiniert die gesamte Funktion.

Es verarbeitet Daten von:

  • NOx-Sensoren,

  • Temperatursensoren,

  • Drucksensoren,

  • Füllstandssensoren,

  • Motorsteuerung.

Anhand der Werte berechnet es:

  • AdBlue-Dosiermenge,

  • Einspritzzeitpunkt,

  • Pumpenansteuerung,

  • Heizungsbetrieb,

  • Systemüberwachung.

Das Steuergerät erkennt außerdem viele Fehlerzustände.

Wie arbeiten die Bauteile zusammen?

Der Ablauf lässt sich vereinfacht darstellen:

AdBlue-Tank → Fördermodul → Pumpe → beheizte Leitung → Injektor → Mischstrecke → SCR-Katalysator → NOx-Überwachung

Dabei laufen mehrere Prozesse gleichzeitig.

Das Steuergerät überwacht:

  • Füllstand,

  • Temperatur,

  • Druck,

  • Dosierung,

  • NOx-Werte,

  • SCR-Wirkung.
     

Was passiert nach dem Motorstart?

Nach dem Start prüft das Steuergerät verschiedene Systembedingungen.

Dazu können gehören:

  • AdBlue-Füllstand,

  • Außentemperatur,

  • Tanktemperatur,

  • Systemdruck,

  • Sensorverfügbarkeit.

Bei niedrigen Temperaturen kann zunächst die Heizung aktiviert werden.

Die AdBlue-Dosierung erfolgt abhängig von den Betriebsbedingungen.

Warum ist das AdBlue-System beheizt?

AdBlue kann bei etwa −11 °C gefrieren.

Die Heizung sorgt dafür, dass die Flüssigkeit wieder verfügbar wird.

Das System ist für diesen Zustand ausgelegt.

Gefrorenes AdBlue bedeutet daher nicht automatisch einen Defekt.

Ein Fehler liegt erst vor, wenn die Heizung oder das System die erforderliche Funktion nicht mehr erreicht.

Warum entstehen AdBlue-Kristalle?

Kristalle können entstehen, wenn sich Wasseranteile verändern oder die Dosierung nicht vollständig umgesetzt wird.

Mögliche Ursachen:

  • ungünstige Temperatur,

  • fehlerhafte Einspritzung,

  • unvollständige Verdampfung,

  • Ablagerungen am Injektor,

  • Probleme in der Mischstrecke.

Kristallbildung kann die Funktion beeinträchtigen.

Was passiert bei einem Defekt im AdBlue-System?

Die Auswirkungen hängen vom Fehler ab.

Mögliche Folgen:

  • Warnmeldung,

  • Motorkontrollleuchte,

  • SCR-Fehler,

  • eingeschränkte Leistung,

  • Restreichweitenanzeige,

  • Startverhinderung.

Nicht jeder Fehler führt sofort zu denselben Folgen.

Welche Komponenten fallen häufig aus?

Häufige Fehlerbereiche sind:

  • NOx-Sensoren,

  • AdBlue-Pumpe,

  • Fördermodul,

  • Injektor,

  • Tankheizung,

  • Leitungsheizung,

  • Füllstandserfassung,

  • Drucksensor,

  • SCR-Katalysator.

Die Häufigkeit hängt stark von Fahrzeug, Motor und Baujahr ab.

Wie wird ein AdBlue-System diagnostiziert?

Eine vollständige Diagnose sollte mehrere Schritte umfassen.

Fehlerspeicher auslesen

Fehlercodes liefern Hinweise auf den betroffenen Funktionsbereich.

Live-Daten prüfen

Mögliche Werte:

  • AdBlue-Füllstand,

  • Tanktemperatur,

  • Systemdruck,

  • Dosiermenge,

  • NOx vor SCR,

  • NOx nach SCR,

  • Abgastemperatur.
     

Aktortests durchführen

Je nach Diagnosesystem können Pumpe oder Injektor angesteuert werden.

Sichtprüfung

Leitungen, Steckverbindungen und Injektorbereich werden kontrolliert.

Systemdruck prüfen

Der Druckaufbau kann Hinweise auf Pumpe, Leitungen oder Undichtigkeiten geben.

Häufige Missverständnisse

„Der AdBlue-Tank ist das gesamte System“

Falsch.

Tank, Pumpe, Leitungen, Injektor, Sensoren und SCR-Katalysator gehören zum Gesamtsystem.

„Ein voller Tank schließt einen Fehler aus“

Falsch.

Auch bei ausreichendem Füllstand können Pumpe, Sensoren oder Injektor defekt sein.

„AdBlue wird in den Motor eingespritzt“

Falsch.

AdBlue wird in den Abgasstrom dosiert.

„Gefrorenes AdBlue bedeutet einen Defekt“

Nicht automatisch.

Das System besitzt normalerweise eine Heizung.

„Der SCR-Katalysator funktioniert ohne Sensoren“

Die Sensoren sind für Steuerung und Überwachung wichtig.

„Jeder AdBlue-Fehler bedeutet einen defekten Katalysator“

Falsch.

Die Ursache kann auch in der Pumpe, Dosierung, Sensorik oder Elektrik liegen.

Fazit

Ein modernes AdBlue-System besteht aus zahlreichen Komponenten.

Der AdBlue-Tank speichert die Flüssigkeit.

Das Fördermodul und die Pumpe stellen sie bereit.

Beheizte Leitungen transportieren AdBlue zum Injektor.

Der Injektor dosiert die berechnete Menge in den Abgasstrom.

Die Mischstrecke verteilt die Reaktionsstoffe.

Der SCR-Katalysator reduziert Stickoxide.

NOx-Sensoren und Temperaturfühler überwachen die Funktion.

Das Steuergerät koordiniert alle Abläufe.

Ein Fehler sollte immer im Zusammenhang mit dem gesamten System untersucht werden.

Häufig gestellte Fragen

Welche Bauteile gehören zum AdBlue-System?

Dazu gehören unter anderem Tank, Pumpe, Heizung, Leitungen, Injektor, SCR-Katalysator, NOx-Sensoren und Steuergerät.

Wo befindet sich der AdBlue-Tank?

Die Position ist abhängig vom Fahrzeug. Er kann sich im Motorraum, Unterboden, Kofferraum oder in der Nähe des Kraftstofftanks befinden.

Warum besitzt das AdBlue-System eine Heizung?

AdBlue kann bei niedrigen Temperaturen gefrieren. Die Heizung unterstützt das Auftauen.

Was macht die AdBlue-Pumpe?

Sie fördert AdBlue aus dem Tank und stellt je nach System den erforderlichen Druck bereit.

Was macht der AdBlue-Injektor?

Er dosiert die vom Steuergerät berechnete AdBlue-Menge in den Abgasstrom.

Warum besitzt ein Fahrzeug NOx-Sensoren?

Sie messen die Stickoxidwerte und helfen bei der Steuerung und Überwachung der SCR-Funktion.nen Fehler verursachen?

Ja. Ein Fehler kann auch an Pumpe, Injektor, Sensorik, Heizung oder SCR-Katalysator liegen.

Kann ein AdBlue-System selbst diagnostiziert werden?

Eine einfache Sichtprüfung ist möglich. Für eine vollständige Diagnose sind Fehlerspeicher, Live-Daten und geeignete Prüfgeräte erforderlich.

bottom of page