top of page

Racing

YAMITEC Logo - Motorreinigung & DPF Service

AGR-Ventil funktion

Wie funktioniert die Abgasrückführung (AGR)?

Die Abgasrückführung – kurz AGR – gehört zu den wichtigsten Systemen moderner Verbrennungsmotoren. Ihre Aufgabe besteht darin, die Entstehung von Stickoxiden (NOx) während der Verbrennung zu reduzieren und dadurch die gesetzlichen Abgasgrenzwerte einzuhalten.

Das Prinzip ist vergleichsweise einfach: Ein Teil der bereits verbrannten Abgase wird kontrolliert wieder dem Ansaugtrakt zugeführt. Dadurch verändert sich der Verbrennungsprozess im Motor so, dass die Temperaturen im Brennraum sinken und weniger Stickoxide entstehen.

Die AGR arbeitet dabei nicht dauerhaft, sondern wird vom Motorsteuergerät abhängig von Last, Drehzahl und Temperatur geregelt.
 

Warum gibt es die Abgasrückführung?

Bei der Verbrennung eines Kraftstoff-Luft-Gemischs entstehen verschiedene Abgase. Neben Kohlendioxid (CO₂) und Wasserdampf bilden sich auch Stickoxide (NOx). Diese entstehen insbesondere dann, wenn die Verbrennungstemperaturen sehr hoch sind.

Da Stickoxide gesundheitsschädlich sind und zur Luftverschmutzung beitragen können, schreiben europäische Emissionsnormen wie Euro 5 und Euro 6 strenge Grenzwerte vor. Die Abgasrückführung ist eine technische Lösung, um diese Emissionen bereits während der Verbrennung zu verringern.
 

Der Aufbau des AGR-Systems

Das AGR-System besteht aus mehreren Bauteilen, die zusammenarbeiten, um den Abgasstrom präzise zu regeln.

Zu den wichtigsten Komponenten gehören:

  • AGR-Ventil

  • AGR-Kühler (je nach Fahrzeug)

  • AGR-Leitungen

  • Ansaugkrümmer

  • Abgaskrümmer

  • Luftmassenmesser

  • Temperatur- und Drucksensoren

  • Motorsteuergerät

Je nach Fahrzeughersteller und Motor unterscheiden sich Konstruktion und Steuerung. Moderne Fahrzeuge setzen häufig auf elektrisch geregelte AGR-Ventile, während ältere Modelle teilweise noch pneumatische Systeme verwenden.
 

Wie verläuft der Abgasstrom?

Um die Funktion besser zu verstehen, hilft ein Blick auf den Weg der Abgase.

Nach der Verbrennung verlassen die Abgase zunächst den Brennraum und gelangen in den Abgaskrümmer. Ein kleiner Teil dieses Abgasstroms wird über eine separate Leitung zum AGR-System geführt.

Falls vorhanden, passiert das Abgas zunächst den AGR-Kühler. Dort wird es abgekühlt, bevor es über das AGR-Ventil in den Ansaugtrakt zurückgeführt wird. Anschließend vermischt sich das rückgeführte Abgas mit der Frischluft und gelangt erneut in den Brennraum.

Der überwiegende Teil der Abgase fließt dagegen wie gewohnt durch Turbolader, Dieselpartikelfilter, SCR-Katalysator und den Auspuff.
 

Wie steuert das Motorsteuergerät die AGR?

Das Motorsteuergerät entscheidet kontinuierlich, ob und in welchem Umfang Abgase zurückgeführt werden.

Hierfür verarbeitet es zahlreiche Messwerte, unter anderem:

  • Motordrehzahl

  • Motorlast

  • Kühlmitteltemperatur

  • Ansauglufttemperatur

  • Luftmasse

  • Ladedruck

  • Gaspedalstellung

  • Abgastemperatur

Auf Basis dieser Informationen berechnet das Steuergerät die optimale Stellung des AGR-Ventils.

Unter hoher Last oder bei starker Beschleunigung bleibt das AGR-Ventil häufig geschlossen, damit dem Motor möglichst viel sauerstoffreiche Frischluft zur Verfügung steht. Im Teillastbereich wird dagegen meist ein Teil der Abgase zurückgeführt, um die Stickoxidbildung zu reduzieren.
 

Unterschied zwischen Diesel- und Benzinmotoren

Sowohl Diesel- als auch Benzinmotoren können mit einer Abgasrückführung ausgestattet sein. Die Anforderungen unterscheiden sich jedoch.
 

AGR beim Dieselmotor

Beim Dieselmotor spielt die Abgasrückführung eine besonders wichtige Rolle. Da Dieselmotoren mit einem hohen Luftüberschuss arbeiten, entstehen vergleichsweise viele Stickoxide. Die AGR reduziert die Verbrennungstemperatur und damit die NOx-Emissionen.

Dieselfahrzeuge verfügen häufig zusätzlich über:

  • Dieselpartikelfilter (DPF)

  • SCR-Katalysator

  • AdBlue-System

  • NOx-Sensoren

Diese Systeme ergänzen sich gegenseitig.
 

AGR beim Benzinmotor

Auch moderne Benzinmotoren nutzen teilweise eine Abgasrückführung. Besonders bei Direkteinspritzern hilft sie, die Verbrennung zu optimieren und den Kraftstoffverbrauch in bestimmten Betriebsbereichen zu senken. Die Auslegung unterscheidet sich jedoch von Dieselmotoren.
 

Einfluss der AGR auf die Emissionen

Die wichtigste Aufgabe der AGR besteht darin, die Entstehung von Stickoxiden zu verringern.

Durch die Rückführung eines Teils der Abgase:

  • sinkt die Verbrennungstemperatur,

  • wird die Sauerstoffkonzentration im Brennraum leicht reduziert,

  • entstehen weniger Stickoxide.

Die AGR allein genügt bei modernen Fahrzeugen jedoch nicht, um alle gesetzlichen Grenzwerte einzuhalten. Deshalb arbeiten zusätzliche Systeme wie Dieselpartikelfilter und SCR-Katalysatoren gemeinsam mit der Abgasrückführung.
 

Vorteile der Abgasrückführung

Ein funktionierendes AGR-System bietet mehrere Vorteile:

  • Reduzierung der Stickoxid-Emissionen

  • Einhaltung gesetzlicher Emissionsvorgaben

  • Optimierung des Verbrennungsprozesses

  • Unterstützung weiterer Abgasnachbehandlungssysteme

  • Verbesserung der Umweltbilanz moderner Fahrzeuge

Wie stark sich diese Effekte auswirken, hängt vom jeweiligen Motor und dessen Steuerungsstrategie ab.
 

Häufige Missverständnisse über die AGR
 

„Das AGR ist nur eine Drossel für den Motor.“

Dieses Missverständnis hält sich hartnäckig. Tatsächlich dient die AGR in erster Linie der Emissionsminderung. Das Motorsteuergerät berücksichtigt die Abgasrückführung bereits bei der Auslegung des Motors.
 

„Die AGR ist immer geöffnet.“

Nein. Das AGR-Ventil arbeitet last- und temperaturabhängig. Es öffnet und schließt kontinuierlich entsprechend den Vorgaben des Motorsteuergeräts.
 

„Nur Dieselmotoren besitzen
eine AGR.“

Viele moderne Benzinmotoren verfügen ebenfalls über eine Abgasrückführung, wenn auch häufig in anderer Bauweise und mit einer anderen Regelstrategie.
 

„Ein verschmutztes AGR verursacht immer sofort eine Fehlermeldung.“

Nicht unbedingt. Ablagerungen können sich zunächst schleichend entwickeln und erst später zu spürbaren Symptomen oder Fehlercodes führen.
 

Warum entstehen Ablagerungen?

Durch die zurückgeführten Abgase gelangen Rußpartikel und weitere Verbrennungsrückstände in das Ansaugsystem. Besonders bei Fahrzeugen mit häufigem Kurzstreckenbetrieb können sich diese Rückstände im Laufe der Zeit ansammeln und die Beweglichkeit einzelner Bauteile beeinträchtigen.

Ob daraus ein technischer Defekt entsteht, hängt von vielen Faktoren wie Fahrprofil, Motorbauart und Wartungszustand ab.
 

Fazit

Die Abgasrückführung ist ein zentraler Bestandteil moderner Abgassysteme. Sie reduziert Stickoxid-Emissionen bereits während der Verbrennung und unterstützt damit die Einhaltung aktueller Emissionsvorschriften. Das AGR-System arbeitet eng mit dem Motorsteuergerät sowie weiteren Komponenten wie Dieselpartikelfilter, SCR-Katalysator und NOx-Sensoren zusammen. Eine fachgerechte Diagnose ist wichtig, wenn Fehlermeldungen oder Auffälligkeiten auftreten.
 

Häufig gestellte Fragen (FAQ)
 

Was bedeutet AGR?

AGR steht für Abgasrückführung und bezeichnet ein System zur Reduzierung von Stickoxid-Emissionen.
 

Warum werden Abgase wieder in den Motor geleitet?

Durch die Rückführung eines Teils der Abgase sinkt die Verbrennungstemperatur. Dadurch entstehen weniger Stickoxide.
 

Arbeitet die AGR ständig?

Nein. Das Motorsteuergerät regelt die AGR abhängig von Betriebszustand, Last und Temperatur.
 

Haben Benziner ebenfalls eine AGR?

Ja. Viele moderne Benzinmotoren verfügen ebenfalls über eine Abgasrückführung, die sich jedoch technisch von Dieselsystemen unterscheiden kann.
 

Welche Systeme arbeiten mit der AGR zusammen?

Je nach Fahrzeug unter anderem Dieselpartikelfilter (DPF), SCR-Katalysator, AdBlue-System, NOx-Sensoren sowie verschiedene Druck- und Temperatursensoren.

bottom of page