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Wie erkennt das Motorsteuergerät einen AGR-Fehler? Luftmasse, Soll-/Ist-Werte, Sensorik und Fehlereinträge erklärt

Wie erkennt das Motorsteuergerät einen AGR-Fehler?

Das Motorsteuergerät überwacht die Abgasrückführung nicht nur anhand eines einzelnen Sensors. Je nach Fahrzeug, Motor und AGR-System werden mehrere Messwerte miteinander verglichen. Dazu gehören unter anderem die angesaugte Luftmasse, die Stellung des AGR-Ventils, Druck- und Temperaturwerte sowie weitere Betriebsdaten.

Das Steuergerät prüft dabei vereinfacht gesagt:

Wurde die angeforderte Abgasrückführung tatsächlich erreicht und passen die gemessenen Werte zu diesem Betriebszustand?

Erkennt das Steuergerät eine Abweichung, kann zunächst ein interner Diagnosezähler erhöht werden. Besteht die Abweichung über eine bestimmte Zeit oder tritt sie wiederholt auf, kann ein Fehlercode gespeichert und die Motorkontrollleuchte aktiviert werden.

Ein AGR-Fehler bedeutet deshalb nicht automatisch, dass das AGR-Ventil selbst defekt ist. Auch Probleme an Sensoren, Leitungen, dem AGR-Kühler, der Luftführung oder anderen Komponenten können zu einer auffälligen Diagnose führen.
 

Die Rolle des Motorsteuergeräts

Das Motorsteuergerät ist die zentrale elektronische Steuerung des Motors. Es verarbeitet fortlaufend Daten verschiedener Sensoren und berechnet daraus die erforderlichen Stellgrößen.

Zu den überwachten Größen können gehören:

  • Motordrehzahl,

  • Motortemperatur,

  • Ansauglufttemperatur,

  • Luftmasse,

  • Ladedruck,

  • Abgasdruck,

  • Abgastemperatur,

  • Kraftstoffmenge,

  • Fahrpedalstellung,

  • AGR-Sollwert,

  • AGR-Istwert,

  • Stellung der Drosselklappe,

  • Stellung der Drallklappen,

  • Betriebszustand der Abgasnachbehandlung.

Aus diesen Informationen berechnet das Steuergerät, ob und in welchem Umfang Abgas zurückgeführt werden soll.

Die AGR-Regelung ist daher Teil eines größeren Gesamtsystems. Die Funktion kann nicht immer isoliert betrachtet werden.
 

Wie arbeitet die AGR-Diagnose grundsätzlich?

Die Diagnose kann vereinfacht in fünf Schritte unterteilt werden:

  1. Das Motorsteuergerät erkennt den aktuellen Betriebszustand.

  2. Es berechnet eine gewünschte AGR-Menge oder AGR-Ventilstellung.

  3. Das AGR-System wird entsprechend angesteuert.

  4. Sensoren erfassen die Auswirkungen der Ansteuerung.

  5. Das Steuergerät prüft, ob die Messwerte plausibel sind.

Je nach Bauart kann das Steuergerät die AGR-Funktion direkt oder indirekt überwachen.

Bei einem elektrischen AGR-Ventil ist häufig eine Positionsrückmeldung vorhanden. Das Steuergerät kann dann beispielsweise prüfen, ob die tatsächlich gemeldete Ventilstellung zur angeforderten Position passt.

Bei einem pneumatischen AGR-System ist eine direkte Positionsrückmeldung nicht immer vorhanden. Die Diagnose erfolgt dann teilweise über die Auswirkungen der Abgasrückführung auf andere Messwerte, insbesondere auf die Luftmasse.
 

Luftmassenmessung: Ein wichtiger Hinweis auf die AGR-Funktion

Die Luftmassenmessung spielt bei vielen Motoren eine zentrale Rolle bei der Überwachung der Abgasrückführung.

Der Luftmassenmesser erfasst, wie viel Frischluft durch den Ansaugtrakt in den Motor gelangt.

Wenn das AGR-Ventil geöffnet wird, gelangt zusätzlich Abgas in den Ansaugtrakt. Dadurch kann sich die Menge der angesaugten Frischluft verändern.

Vereinfacht gilt:

  • AGR geschlossen: Der Motor saugt überwiegend Frischluft an.

  • AGR geöffnet: Ein Teil des Ansauginhalts besteht aus zurückgeführtem Abgas. Die gemessene Frischluftmenge kann dadurch sinken.

Das Motorsteuergerät kennt den erwarteten Zusammenhang zwischen AGR-Ansteuerung und Luftmasse.

Öffnet das Steuergerät das AGR-Ventil, erwartet es je nach Betriebszustand eine bestimmte Veränderung der Luftmasse.

Bleibt diese Veränderung aus oder ist sie deutlich größer als erwartet, kann eine Diagnoseabweichung entstehen.
 

Beispiel: AGR-Durchfluss zu gering

Das Motorsteuergerät fordert eine bestimmte Abgasrückführung an.

Das AGR-Ventil wird angesteuert. Die erwartete Veränderung der Luftmasse tritt jedoch nicht oder nur teilweise ein.

Mögliche Ursachen können sein:

  • AGR-Ventil öffnet nicht,

  • AGR-Ventil ist durch Ablagerungen blockiert,

  • AGR-Kanäle sind stark verschmutzt,

  • AGR-Kühler ist im Abgasbereich eingeschränkt,

  • Unterdruckversorgung ist zu gering,

  • Magnetventil arbeitet nicht korrekt,

  • Luftmassenmesser liefert fehlerhafte Werte,

  • eine Leitung oder Klappe im Ansaugsystem funktioniert nicht richtig.

Das Steuergerät erkennt zunächst nur, dass die erwartete Wirkung nicht erreicht wurde.

Es kann nicht in jedem Fall eindeutig feststellen, welches Bauteil die Ursache ist.
 

Beispiel: AGR-Durchfluss zu hoch

Das Motorsteuergerät erwartet eine bestimmte Luftmasse, misst jedoch eine stärkere Abweichung als vorgesehen.

Mögliche Ursachen können sein:

  • AGR-Ventil schließt nicht vollständig,

  • Ventil ist in geöffneter Stellung schwergängig,

  • AGR-Ansteuerung ist fehlerhaft,

  • Unterdrucksystem hält das Ventil ungewollt geöffnet,

  • Positionssensor liefert falsche Werte,

  • Luftmassenmesser misst unplausibel.

Auch hier muss die tatsächliche Ursache durch weitere Prüfungen ermittelt werden.
 

Soll-/Ist-Werte: Was wird verglichen?

Das Motorsteuergerät arbeitet mit sogenannten Soll- und Istwerten.

Der Sollwert beschreibt, welcher Wert unter den aktuellen Bedingungen erwartet oder angefordert wird.

Der Istwert beschreibt, was tatsächlich gemessen oder zurückgemeldet wird.

Bei der AGR-Diagnose können unter anderem folgende Werte verglichen werden:

PrüfgrößeSollwertIstwert

AGR-Ventilstellungvom Steuergerät angeforderte Positiontatsächlich gemeldete Position

Luftmasseerwartete Frischluftmengevom Luftmassenmesser gemessene Luftmenge

AGR-Durchflussberechnete Abgasmengeindirekt oder direkt erfasster Wert

Ladedruckerwarteter Druckgemessener Druck

Temperaturerwarteter Temperaturbereichgemessener Sensorwert

Bypassstellungangeforderte Stellungzurückgemeldete Stellung

Eine Abweichung bedeutet nicht automatisch einen Defekt.

Das Steuergerät berücksichtigt häufig:

  • Toleranzbereiche,

  • Temperatur,

  • Drehzahl,

  • Motorlast,

  • Zeitdauer,

  • Betriebszustand,

  • Wiederholungen des Fehlers.

Erst wenn festgelegte Diagnosebedingungen erfüllt sind, kann ein Fehler als relevant bewertet und gespeichert werden.
 

Warum zeigt die AGR-Position manchmal Werte, obwohl das AGR deaktiviert oder geschlossen ist?

Die im Diagnosegerät angezeigte AGR-Position ist nicht immer gleichbedeutend mit der tatsächlich durchströmenden Abgasmenge.

Je nach Steuergerät kann der angezeigte Wert beispielsweise darstellen:

  • angeforderte Ventilstellung,

  • berechnete Ansteuerung,

  • elektrische Stellgröße,

  • Rückmeldung eines Positionssensors,

  • Prozentwert eines Kennfeldes,

  • Status einer Regelstrategie.

Ein angezeigter Prozentwert allein beweist deshalb nicht, dass tatsächlich eine entsprechende Menge Abgas durch das System strömt.

Für eine technische Bewertung müssen weitere Werte berücksichtigt werden, beispielsweise:

  • Luftmasse,

  • AGR-Sollwert,

  • AGR-Istwert,

  • Druckwerte,

  • Temperaturwerte,

  • Ventilrückmeldung,

  • Betriebszustand.
     

Welche Sensoren können bei der AGR-Diagnose eine Rolle spielen?

Die genaue Sensorik unterscheidet sich je nach Motor.
 

Luftmassenmesser

Der Luftmassenmesser erfasst die angesaugte Frischluft.

Er ist bei vielen Motoren ein wichtiger Bestandteil der indirekten AGR-Überwachung.

Ein fehlerhafter Luftmassenmesser kann zu einer falschen Bewertung der AGR-Funktion führen.
 

AGR-Positionssensor

Bei vielen elektrischen AGR-Ventilen wird die tatsächliche Ventilstellung erfasst.

Das Motorsteuergerät kann dadurch prüfen:

  • erreicht das Ventil die gewünschte Position?

  • bewegt sich das Ventil?

  • ist die Rückmeldung plausibel?

  • besteht eine Abweichung zwischen Soll und Ist?
     

Ladedrucksensor

Der Ladedrucksensor misst den Druck im Ansaug- oder Ladeluftsystem.

Änderungen der Luftführung und AGR-Regelung können sich auf die Druckverhältnisse auswirken.

Ein fehlerhafter Ladedrucksensor kann die Diagnose anderer Systeme beeinflussen.
 

Ansauglufttemperatursensor

Die Temperatur der Ansaugluft beeinflusst die Dichte der Luft und damit die Berechnung verschiedener Motorwerte.

Unplausible Temperaturwerte können zu fehlerhaften Berechnungen führen.
 

Abgastemperatursensoren

Bei modernen Fahrzeugen können mehrere Abgastemperatursensoren vorhanden sein.

Sie überwachen verschiedene Bereiche der Abgasanlage und unterstützen die Steuerung der Abgasnachbehandlung.

Ein Abgastemperaturfehler ist nicht automatisch ein AGR-Fehler, kann aber die Betriebsstrategie beeinflussen.
 

Differenzdrucksensor

Der Differenzdrucksensor wird häufig zur Überwachung des Dieselpartikelfilters eingesetzt.

Er misst die Druckdifferenz vor und nach dem Partikelfilter.

Die Messwerte können indirekt Hinweise auf den Zustand des Abgassystems geben. Sie sind jedoch kein direkter Beweis für die Funktion des AGR-Ventils.
 

Drucksensoren im Abgas- oder Ansaugsystem

Je nach Motor können weitere Drucksensoren vorhanden sein.

Sie erfassen beispielsweise:

  • Abgasgegendruck,

  • Druck vor oder nach bestimmten Komponenten,

  • Druck im Ansaugtrakt.

Diese Werte können in die Plausibilitätsprüfung einbezogen werden.
 

Direkte und indirekte AGR-Überwachung

Die AGR-Diagnose kann direkt oder indirekt erfolgen.

Direkte Überwachung

Bei der direkten Überwachung wird eine Rückmeldung des AGR-Ventils verwendet.

Beispiel:

Das Steuergerät fordert eine Ventilstellung von 40 Prozent an. Der Positionssensor meldet jedoch dauerhaft 5 Prozent.

Das Steuergerät erkennt eine deutliche Soll-/Ist-Abweichung.
 

Indirekte Überwachung

Bei der indirekten Überwachung wird nicht unbedingt die Ventilposition selbst geprüft.

Stattdessen wird die Wirkung der AGR-Ansteuerung bewertet.

Beispiel:

Das AGR-Ventil wird angesteuert. Die erwartete Veränderung der Luftmasse tritt jedoch nicht ein.

Das Steuergerät kann daraus auf einen möglichen Fehler im AGR-System schließen.
 

Plausibilitätsprüfung: Warum mehrere Werte wichtig sind

Ein einzelner Sensor kann fehlerhafte Werte liefern.

Deshalb vergleichen moderne Motorsteuergeräte mehrere Informationen miteinander.

Beispiel:

Das Steuergerät fordert eine AGR-Öffnung an.

Gleichzeitig werden geprüft:

  • AGR-Positionsrückmeldung,

  • Luftmasse,

  • Ladedruck,

  • Temperatur,

  • Motordrehzahl.

Passen die Werte zusammen, wird die Funktion als plausibel bewertet.

Passen sie nicht zusammen, kann eine Diagnoseabweichung entstehen.

Diese Mehrfachprüfung hilft, einzelne Messfehler zu erkennen. Sie ersetzt jedoch keine fachgerechte Werkstattdiagnose.
 

Warum wird ein Fehler nicht sofort gespeichert?

Motoren arbeiten unter wechselnden Bedingungen.

Kurzzeitige Abweichungen können entstehen durch:

  • schnelle Lastwechsel,

  • Schaltvorgänge,

  • Temperaturänderungen,

  • Beschleunigung,

  • Verzögerung,

  • kurzfristige Messschwankungen.

Damit nicht jede kurzfristige Abweichung zu einer Warnmeldung führt, arbeitet das Steuergerät häufig mit Diagnosebedingungen.

Je nach Hersteller können beispielsweise berücksichtigt werden:

  • Mindesttemperatur,

  • bestimmte Drehzahl,

  • definierte Motorlast,

  • erforderliche Fahrzeit,

  • Anzahl der Fehlerereignisse,

  • Dauer der Abweichung.

Erst wenn die Bedingungen erfüllt sind, wird ein Fehler als bestätigt gespeichert.
 

Was ist ein sporadischer AGR-Fehler?

Ein sporadischer oder intermittierender Fehler tritt nicht dauerhaft auf.

Mögliche Ursachen:

  • lockerer Steckkontakt,

  • temperaturabhängiger Sensorfehler,

  • zeitweise schwergängiges AGR-Ventil,

  • wechselnder Unterdruck,

  • Feuchtigkeit,

  • Vibrationen,

  • kurzzeitige Messabweichungen.

Ein sporadischer Fehler kann später wieder verschwinden, bleibt aber je nach Steuergerät möglicherweise als Eintrag gespeichert.
 

Was ist ein permanenter AGR-Fehler?

Ein permanenter Fehler liegt vor, wenn die Abweichung dauerhaft oder wiederholt erkannt wird.

Mögliche Ursachen:

  • vollständig blockiertes AGR-Ventil,

  • defekter Stellmotor,

  • Unterbrechung im Kabelbaum,

  • dauerhaft undichte Unterdruckleitung,

  • stark eingeschränkter AGR-Kanal,

  • defekter Positionssensor.

Ein permanenter Fehler führt häufig schneller zu einer Warnmeldung oder zu einer Einschränkung der Motorleistung.
 

Welche Fehlereinträge können auftreten?

Die genaue Bezeichnung und Bedeutung hängt vom Fahrzeughersteller ab.

Häufige allgemeine OBD-Fehlercodes sind:

  • P0400: Fehlfunktion im Abgasrückführungssystem

  • P0401: Abgasrückführungsdurchfluss zu gering

  • P0402: Abgasrückführungsdurchfluss zu hoch

  • P0403: Fehler im Steuerkreis der Abgasrückführung

  • P0404: Bereichs- oder Funktionsproblem der AGR-Regelung

  • P0405: Eingangssignal des AGR-Positionssensors zu niedrig

  • P0406: Eingangssignal des AGR-Positionssensors zu hoch

Ein Fehlercode ist ein Hinweis auf eine erkannte Abweichung. Er ist keine vollständige Reparaturanweisung.
 

Warum kann ein Luftmassenmesser einen AGR-Fehler verursachen?

Bei vielen Motoren wird die AGR-Funktion über die erwartete Veränderung der Luftmasse überwacht.

Liefert der Luftmassenmesser falsche Werte, kann das Steuergerät eine falsche Schlussfolgerung ziehen.

Beispiel:

Das AGR-Ventil arbeitet korrekt. Der Luftmassenmesser misst jedoch zu viel oder zu wenig Frischluft.

Dadurch kann die erwartete Veränderung aus Sicht des Steuergeräts fehlen oder zu stark ausfallen.

Der Fehler kann dann im AGR-System gespeichert werden, obwohl die eigentliche Ursache beim Luftmassenmesser liegt.
 

Kann ein verschmutzter Ansaugtrakt einen AGR-Fehler auslösen?

Ja, je nach Motor kann eine starke Verschmutzung des Ansaugtrakts die Luftströmung beeinflussen.

Mögliche betroffene Bereiche:

  • Ansaugbrücke,

  • Ansaugkanäle,

  • Drallklappen,

  • AGR-Leitungen,

  • AGR-Kühler.

Die Motorsteuerung erkennt möglicherweise eine unplausible Wirkung der AGR-Ansteuerung.

Ob die Verschmutzung tatsächlich die Ursache ist, muss durch eine Diagnose geprüft werden.
 

Warum kann ein Fehler nach einer Reparatur weiterhin gespeichert sein?

Nach einer Reparatur kann ein Fehlercode zunächst noch im Speicher vorhanden sein.

Je nach Fahrzeug muss:

  • der Fehlerspeicher gelöscht werden,

  • eine Grundeinstellung durchgeführt werden,

  • eine Adaption erfolgen,

  • ein Fahrzyklus abgeschlossen werden,

  • eine Funktionsprüfung durchgeführt werden.

Bei manchen Systemen erkennt das Steuergerät die wiederhergestellte Funktion erst nach bestimmten Betriebsbedingungen.

Die genaue Vorgehensweise richtet sich nach Hersteller und Motorsteuerung.
 

Wie wird ein AGR-Fehler professionell diagnostiziert?

Eine systematische Diagnose kann folgende Schritte umfassen:

  1. Fehlerspeicher vollständig auslesen.

  2. Umgebungsdaten und Fehlerstatus prüfen.

  3. Motor auf relevante Begleitfehler untersuchen.

  4. AGR-Soll- und Istwerte vergleichen.

  5. Luftmassenwerte analysieren.

  6. Stellgliedtest durchführen.

  7. Unterdrucksystem prüfen, falls vorhanden.

  8. Elektrische Versorgung und Steckverbindungen kontrollieren.

  9. AGR-Kanäle und Ansaugsystem beurteilen.

  10. Nach der Reparatur eine Funktionskontrolle durchführen.

Die Reihenfolge kann je nach Fahrzeug abweichen.
 

Häufige Diagnosefehler
 

Nur den Fehlercode lesen

Ein Fehlercode zeigt, welche Abweichung erkannt wurde. Er nennt nicht immer die konkrete Ursache.
 

AGR-Ventil sofort ersetzen

Ein neueres AGR-Ventil löst das Problem nicht, wenn beispielsweise der Luftmassenmesser oder eine Unterdruckleitung die Ursache ist.
 

Nur die Ventilposition betrachten

Die angezeigte Stellung sagt nicht immer aus, wie viel Abgas tatsächlich durch das System strömt.
 

Live-Daten ohne Betriebsbedingungen bewerten

Messwerte müssen immer im Zusammenhang mit Drehzahl, Temperatur, Last und Betriebszustand betrachtet werden.
 

Begleitfehler ignorieren

Fehler an Luftmasse, Ladedruck, Temperatur oder Ansaugsystem können die AGR-Diagnose beeinflussen.
 

Fazit

Das Motorsteuergerät erkennt einen AGR-Fehler meist durch das Zusammenspiel mehrerer Messwerte.

Die Luftmassenmessung ist bei vielen Motoren besonders wichtig. Öffnet das AGR-Ventil, erwartet das Steuergerät eine bestimmte Veränderung der angesaugten Frischluftmenge. Zusätzlich können Soll-/Ist-Vergleiche, Positionssensoren, Druck- und Temperaturwerte zur Überwachung verwendet werden.

Ein gespeicherter AGR-Fehler beweist jedoch nicht automatisch, dass das AGR-Ventil defekt ist. Auch Sensoren, Unterdruckleitungen, elektrische Verbindungen, AGR-Kanäle, der AGR-Kühler oder das Ansaugsystem können die Ursache sein.

Eine zuverlässige Diagnose betrachtet deshalb immer das gesamte System.
 

Häufig gestellte Fragen

Wie erkennt das Motorsteuergerät einen AGR-Fehler?

Das Motorsteuergerät vergleicht die angeforderte AGR-Funktion mit Messwerten wie Luftmasse, Ventilposition, Druck und Temperatur. Weichen die Werte über die zulässigen Grenzen hinaus ab, kann ein Fehler gespeichert werden.
 

Welche Rolle spielt der Luftmassenmesser?

Der Luftmassenmesser erfasst die angesaugte Frischluft. Bei geöffneter Abgasrückführung erwartet das Steuergerät häufig eine bestimmte Veränderung der Luftmasse.
 

Was bedeutet AGR-Sollwert?

Der Sollwert ist die vom Motorsteuergerät berechnete oder angeforderte Größe, beispielsweise eine bestimmte AGR-Ventilstellung.
 

Was bedeutet AGR-Istwert?

Der Istwert ist der tatsächlich gemessene oder vom System zurückgemeldete Wert.
 

Kann ein defekter Luftmassenmesser einen AGR-Fehler verursachen?

Ja. Falsche Luftmassenwerte können dazu führen, dass das Motorsteuergerät die AGR-Funktion falsch bewertet.
 

Bedeutet Fehlercode P0401 automatisch ein defektes AGR-Ventil?

Nein. P0401 weist allgemein auf einen zu geringen erkannten AGR-Durchfluss hin. Die Ursache kann auch in Ablagerungen, Sensoren, Unterdruckleitungen oder anderen Komponenten liegen.
 

Warum wird ein AGR-Fehler nicht sofort gespeichert?

Das Steuergerät berücksichtigt häufig Toleranzen, Temperatur, Motorlast, Drehzahl und die Dauer einer Abweichung, um kurzfristige Messschwankungen nicht sofort als Defekt zu bewerten.
 

Kann ein AGR-Fehler nach einer Reparatur weiterhin angezeigt werden?

Ja. Je nach Fahrzeug müssen Fehler gelöscht, Grundeinstellungen durchgeführt oder bestimmte Fahrbedingungen erfüllt werden.
 

Interne Verlinkung im AGR-Topic-Cluster

Dieser Artikel sollte auf folgende Wissensseiten von Yamitec verlinken:

Grundlagen

  • Was macht ein AGR-Ventil?

  • Wie funktioniert die Abgasrückführung?

  • Elektrisches oder pneumatisches AGR?

Fehler und Symptome

  • Symptome eines defekten AGR-Ventils

  • Häufige AGR-Fehlercodes erklärt

  • AGR-Ventil prüfen – Diagnose Schritt für Schritt

Verschmutzung und Reparatur

  • Warum verrußt ein AGR-Ventil?

  • AGR reinigen oder ersetzen?

  • Wie wird ein AGR-Ventil gereinigt?

Zusammenhängende Systeme

  • Luftmassenmesser erklärt

  • Differenzdrucksensor erklärt

  • AGR-Kühler erklärt

  • Warum verrußt die Ansaugbrücke?

  • Wie funktioniert ein Dieselpartikelfilter?

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